Aktueller Hinweis

2014 werden wir keine Residenzen anbieten. Bewerbungen für 2015 können voraussichtlich 2014 eingereicht weden. Wir werden alle Neuigkeiten dazu auf unserer Website veröffentlichen.

JANUAR - APRIL 2013

KERSTIN SCHROEDINGER

Künstlerresidenz BLUMEN & Kunstverein Leipzig präsentieren:

„ARBEIT/FILM/FARBE“

Abschlussausstellung von Kerstin Schroedinger

Ausstellung vom 3. Mai 2013 bis 26. Mai 2013 im Kunstverein Leipzig, Kolonnadenstr. 6
Vernissage: 2. Mai 2013, 20 Uhr


Filmstill
Filmstill "Chromatic Memory" (work in progress), Mareike Bernien und Kerstin Schroedinger, 2013

Nur rund 45 Autominuten von Leipzig entfernt liegt Wolfen - die Stadt, in der 1936 in der Agfa Filmfabrik der erste praktikable Farbfilm der Welt entwickelt wurde. „Agfa-Neu“ nannte man diesen Diafilm, der der Firma Agfa binnen kürzester Zeit an die Spitze der europäischen Filmproduktion verhalf.

Die Filmkünstlerin Kerstin Schroedinger, die in den vergangenen Monaten in der Leipziger Künstlerresidenz Blumen gastierte, wird in der Ausstellung ARBEIT/FILM/FARBE Recherche- und Archivmaterial zu ihrem Filmprojekt "Chromatic Memory" zeigen, das sich inhaltlich mit der Geschichte der Agfa Filmfabrik Wolfen beschäftigt und in einer vielschichtigen Reflexion die Industrie- und Sozialgeschichte von Farbe im Film beschreiben möchte. An diesem Projekt arbeitet die in London und Berlin lebende Künstlerin zusammen mit Mareike Bernien. Entstehen wird ein essayistischer Experimentalfilm über die Herstellung, den Einsatz und die Indienstnahme von Farbe zur Zeit des Nationalsozialismus und die ihn betreffende Erinnerungspolitik.

Damit erzählt die Künstlerin in ihrer Ausstellung im Kunstverein Leipzig nicht nur von der Sozial- und Kulturgeschichte des Farbfilms und dessen Produktionsbedingungen, sondern gewährt dem Besucher auch einen Einblick in den Prozess ihrer eigenen filmischen Arbeit.

Filmpräsentation und Künstlerinnengespräch mit Kerstin Schroedinger und Mareike Bernien.

Freitag 15.2., 19 Uhr

»Red, She Said« (Video, 13 Min., 2011) zeigt die Farbe als autonome Akteurin in den Regeln und Grenzen des filmischen Raumes. Entlang verschiedener Filme wie »The Red Shoes«, »The Toll of the Sea« und »La Chinoise« versuchen die Künstlerinnen, den Filmraum in seine Bestandteile zu zerlegen und in ihn zu intervenieren. In der Arbeit werden die Farben zu Handlungsträgern und Elementen eines Begehrens nach entregelten Farbräumen und farbdurchsetzten Begehrensfeldern.
Kerstin Schroedinger und Mareike Bernien arbeiten seit 2006 an gemeinsamen meist filmischen Projekten.

"Die Farben kolonisieren die Dinge. Sie erobern sie und nehmen sie ein, wie ein Farbeimer, den man über etwas ausgiesst. Die Farben kolonisieren die Dinge, weil sie besiedeln, ohne um Erlaubnis zu fragen, und sich zunächst weigern, mit ihnen eine gleichberechtigte Beziehung einzugehen. Als Technicolorlando wechselt die Figur den Farbraum und betritt eine andere Zeit. Dort sind die Dinge nicht mehr den Farben der Natur nachempfunden und die Farbe hat die Freiheit, sich von den Orten, die für sie bestimmt sind, zu lösen."
(aus Red, She Said, Mareike Bernien/Kerstin Schroedinger, 2011)

Red, She Said, 2011
Video, 13 min.
mit Ain Bailey, Melissa Castagnetto, Ian Joyce, Mayan Printz, Irene Revell
Musik von Ain Bailey

Red, she said, Kerstin Schroedinger und Mareike Bernien, Video 2011

Red, she said, Kerstin Schroedinger und Mareike Bernien, Video 2011
Red, she said, Kerstin Schroedinger und Mareike Bernien, Video 2011

Chromatic Memory (work in progress), Mareike Bernien und Kerstin Schroedinger, 2013
Chromatic Memory (work in progress), Mareike Bernien und Kerstin Schroedinger, 2013

Kerstin Schroedinger

studierte Visuelle Kommunikation in Hamburg und Aural and Visual Cultures in London und ist zur Zeit Doktorantin am Centre of Research Architecture, Goldsmiths College London. Mit einer kritischen Annäherung an Bilder, untersucht Kerstin Schroedinger kulturellen Praktiken mittels appropriierender und umschreibender Verfahren. Ihre Arbeiten versuchen Bildproduktion kritisch zu befragen und  Bilder als Material des Denkens zu produzieren und zu reproduzieren. Sie arbeitet in kollaborativen Zusammenhaengen (meist mit Mareike Bernien), in den Bereichen Bewegtbild, Hörspiel, Musik und Text, mit einer historiographischen Praxis, die ideologischen Gewissheiten der Repräsentation, Produktionsmittel und historische Kontinuitäten hinterfragt.
Sie lebt zurzeit in London und Berlin.
Kerstin Schroedinger und Mareike Bernien arbeiten zur Zeit an einer filmischen Arbeit zur sozialen und kulturellen Geschichte des Farbfilms und seiner Produktionsbedingungen. Waehrend ihres Aufenthalts bei Blumen wir Kerstin mit filmischem Archivmaterial arbeiten. Welches historische Bild wird in fruehen Farbfilmen repraesentiert? Wie verbindet sich Industriegeschichte der Filmherstellung mit der sozio-politischen Produktionsgeschichte und der Geschichte der reproduktiven Arbeitsteilung in den Filmfabriken?